Ende Dezember 2025 wurde unter der Leitung von Chefarzt Prof. Stephen Schröder in der Klinik für Kardiologie des ALB FILS KLINIKUMS, unter Verwendung eines modernen Clippingverfahrens, die erste interventionelle Reparatur eines Herzklappenfehlers von Oberarzt Dr. Hussein Farag Alla vorgenommen.
Damit schließt das Klinikum eine wichtige Versorgungslücke im Landkreis Göppingen und bietet Patientinnen und Patienten mit komplexer Mitralklappeninsuffizienz eine hocheffektive, minimalinvasive Therapieoption auf universitärem Niveau.
Bei der MitraClip-Prozedur wird ein Katheter über die Leistenvene bis in den linken Vorhof des Herzens geführt. Der Clip selbst – kaum größer als eine 1-Cent-Münze – greift die undichten Segel der Mitralklappe und zieht sie zusammen. Dadurch wird die Klappe wieder „dicht“, und das Herz muss deutlich weniger Pumparbeit leisten. Die Patienten verspüren oft unmittelbar nach dem Erwachen aus der Kurznarkose eine deutliche Verbesserung ihrer Atemnot.
Der Erfolg des MitraClip-Verfahrens beruht auf einer Teamleistung und hängt maßgeblich von der Bildgebung zur präzisen Platzierung während des Eingriffs ab. Im ALB FILS KLINIKUM kommt hierfür modernste Technik zum Einsatz: Ein spezielles 3D- Echokardiographie-System, bedient durch Oberarzt Dr. Georg Wedekind, lieferte während des Eingriffs hochauflösende Echtzeit-Bilder des schlagenden Herzens.
„Die Präzision, mit der wir heute arbeiten können, ist beeindruckend“, erklärt Prof. Schröder. „Dank der 3D-Rekonstruktion kann der Clip auf den Millimeter genau an den Klappensegeln positioniert werden.
Für die erste Patientin, die während des Eingriffs in Narkose lag und durch die Chefärztin der Anästhesie, Prof. Annette Rieg, betreut wurde, bedeutet das: „maximale Sicherheit und ein unmittelbar spürbares Ergebnis.“
Prof. Schröder betont die Relevanz dieses neuen Angebots für die Patienten:
„Mit der Einführung des MitraClip-Verfahrens setzen wir ein klares, weiteres Zeichen für die medizinische Exzellenz am Standort Göppingen. Viele unserer Patienten sind aufgrund ihres Alters oder schwerer Vorerkrankungen nicht mehr für eine klassische Herzoperation geeignet. Dass wir diesen Menschen nun direkt vor Ort eine nicht selten lebensverlängernde und die Lebensqualität steigernde Therapie anbieten können, ist ein Meilenstein für unsere Klinik und ein großer Gewinn für die Patienten.“
Ein sogenanntes „Herzteam“ unter Einbeziehung von Herzchirurgen des Universitätsklinikums Tübingen, mit dem Ärztlicher Direktor Prof. Christian Schlensak, entscheidet in jedem Einzelfall, ob das MitraClip-Verfahren auch tatsächlich sinnvoll anwendbar ist.
Im neuen, hochmodernen Hybrid-Katheterlabor des ALB FILS KLINIKUMS erfolgt dann der Eingriff durch ein Team aus spezialisierten Kardiologen, Experten aus der Anästhesie und speziell geschultem OP-Pflegepersonal.
